Bewerbung

Anhang der Bewerbung: Was sollte ich mitschicken?

Zur Bewerbung gehören immer drei Teile: Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf und der Anhang mit den persönlichen Dokumenten. Doch was gehört eigentlich alles in den Anhang der Bewerbung und was sollte man besser weglassen? Wofür ist der Anhang da – und vor allem: Wie gestalte ich den Anhang ansprechend, sodass meine Chancen gesteigert werden und eine professionelle Bewerbung gelingt?

 

Wofür ist der Anhang der Bewerbung eigentlich da?

Um genau zu wissen, welche Unterlagen man im Anhang der Bewerbung mitschicken sollte, muss dem Bewerber bewusstwerden, wofür der Anhang eigentlich da ist: Einerseits sollen natürlich Stationen oder wichtige Punkte aus der Vita belegt werden (dazu zählt beispielsweise der Studienabschluss). Außerdem möchte der Recruiter oder potenzielle Chef, falls Lebenslauf und Anschreiben überzeugen, vielleicht noch mehr Informationen über den Jobinteressenten gewinnen, die noch nicht komplett aus den anderen Dokumenten hervorgehen. Dazu gehören beispielsweise Daten oder Einschätzungen aus den Arbeitszeugnissen oder auch Details über Aus-, Fort- und Weiterbildungen, die man vielleicht absolviert hat. Gerade für Berufseinsteiger mit weniger praktischer Erfahrung sind auch Details und ggf. Zeugnisse aus dem Studium relevant.

 

Wirklich alles mitschicken oder sortieren?

Generell gilt: Es gibt keine absolute Wahrheit, welche Dokumente im Anhang der Bewerbung mitgeschickt werden sollten und welche man besser nicht in die Bewerbung steckt. Allerdings sollte jedem klar sein, dass Personaler, wenn eine Stelle ausgeschrieben wird, dutzende und in manchen Fällen sogar hunderte Bewerbungen auf den Schreibtisch bekommen – und nicht die Zeit haben, 20 Seiten Anhang in jeder Bewerbung durchzublättern – auch wenn der Bewerber vielversprechend ist. Zeit ist immer Geld! Es ist also schon aus rationalen Gesichtspunkten sinnvoll, vor zu sortieren und dem Recruiter Arbeit abzunehmen. Doch was schickt man nun alles mit?

Die Faustregel sagt, dass alle Zeugnisse wichtig sind, die den Bewerber dazu ermächtigen, den Job auszuüben. Wenn man also eine Ausbildung oder ein Studium absolviert hat, sind die Abschlusszeugnisse Pflicht! Hier sollte aber auch nicht übertrieben werden: Falls der Interessierte nicht direkt aus der Ausbildung kommt, reicht das Abschlusszertifikat meist aus.

Bei den Belegen zu den letzten beruflichen Positionen sind vor allem die Arbeitszeugnisse relevant, die etwas mit dem neuen Job zu tun haben: Alle Belege muss man nicht mitsenden, die letzten drei bis vier Zeugnisse reichen aus.

 

Was gehört nicht in den Anhang?

Schulzeugnisse haben aber, vor allem bei Bewerbern, die später noch die Uni besucht oder eine Ausbildung gemacht haben, nichts im Anhang der Bewerbung zu suchen. Nur wer frisch von der Schule kommt, sollte selbstverständlich das Abschlusszeugnis mitsenden. Oft ist man auf gewisse Fortbildungen stolz oder nutzt betrieblichen Einweisungen und Weiterbildungen, um den Lebenslauf etwas abwechslungsreicher zu gestalten. In den Anhang gehören die Belege dazu aber nur, wenn sie wirklich relevant für den neuen Job sind. Niemand interessiert sich dafür, ob der Bewerber eine Brandschutzübung absolviert oder am Fortbildungsseminar für eine firmeninterne Software teilgenommen hat, wenn diese nicht auch für die neue Stelle interessant ist.

 

Eigenzensur bei “schlechten” Zeugnissen sinnvoll?

Aber wie sieht es bei schlechten Zeugnissen aus? Natürlich denken viele Bewerber, dass sie besser damit fahren, schlechte Zeugnisse lieber unter den Tisch fallen zu lassen und nur die guten Belege für die eigene Arbeit mitzusenden. Hier sollte man aber unbedingt vorsichtig sein: Wer Arbeitszeugnisse weglässt, aber chronologisch ältere Belege mitschickt, wirft meistens Fragen auf. Recruiter sind darauf trainiert, Ungereimtheiten zu erkennen. Solche Lücken fallen immer auf. Im besten Fall möchte der Personaler diese Lücken im persönlichen Gespräch klären oder fragt, ob die fehlenden Dokumente nachgeschickt werden können. Das ist aber NICHT die Regel! Im Normalfall wird die Bewerbung, falls einwandfreie und vollständige Bewerbungen vorhanden sind, einfach beiseitegelegt. Deshalb sollte man mit einer Selbstzensur von vermeintlich unschönen Dokumenten unbedingt aufpassen!

 

Neue Wege nutzen: Online-Plattformen für’s Portfolio

Wer mit dem Anhang der Bewerbung neue Wege gehen möchte, kann, vor allem bei Online-Bewerbungen, Online-Portfolios nutzen, um dem Personaler oder potenziellen Chef zusätzliche Informationen zur Verfügung zu stellen. Plattformen wie XING oder LinkedIn bieten den Nutzern die Möglichkeit, Arbeitsproben oder Projektdokumentionen zu präsentieren: Dies kann den Anhang reduzieren, sodass die Bewerbung schlanker wird – und mit einer guten Einbindung hebt man sich vielleicht auch von den Mitbewerbern ab.


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